Auf der Kanonenkugel nach Bad Herrenalb
Noch bevor die Sonne hinter dem Mahlberg hervorkommt und ihre Strahlen in das Waldprechtstal wirft, will ich in Waldprechtsweier sein. Ich stehe am Albtalbahnhof von Karlsruhe und warte auf die Bahn, die mich in wenigen Minuten nach Ettlingen bringen soll. Genauer gesagt zur Haltestelle Erbprinz, wo ich in den Bus 104 umsteige und nach Waldprechtsweier weiterfahre. Bis hierher funktioniert der öffentliche Nahverkehr genauso, wie es im Fahrplan des KVV steht.






Das Gebäude dürfte zwischen 1900 und 1920 entstanden sein. Mit seinem großen Ziegeldach, den geschweiften Giebelflächen, den gruppierten Fenstern, den rundbogigen Öffnungen im Erdgeschoß und dem mächtigen Buntsandsteinsockel sieht es nicht danach aus, als hätte man es ohne Grund ausgerechnet hier hingestellt. Der Grund dürfte die Eisenbahn gewesen sein: Seit 1885 endete die Ettlinger Seitenbahn unmittelbar beim Erbprinz.
Heute ist das Haus nur noch ein Schatten seiner selbst. Die einst gegliederten Fenster hat man durch andere ersetzt, die in den zahlreichen Öffnungen wirken, als hätte man aus der Fassade einen Adventskalender gemacht. Zur Bahnlinie hin blättert seit Jahren der Fassadenputz, während drunter der Graffitidschungel blüht; zur Rastatter Straße wechseln dafür die Schriftzüge über den Schaufenstern oder Türen wie zu jeder neuen Theatersaison – nur daß hier nicht das Stück, sondern der Betreiber wechselt. Vom chinesischen Bistro zum Vietnamesen, vom Backshop bis zur Dönerbude – jeder durfte einmal ran. Nur das Haus selbst scheint seit Jahrzehnten niemanden mehr sonderlich zu interessieren.
Dann geht es weiter, immer den Ausläufern des Schwarzwaldes entlang. Noch liegen die Berghänge im Schatten, während die Kornfelder vor Ettlingenweier bereits von der aufgehenden Sonne beschienen werden und wie ein goldenes Seidentuch leuchten. Linkerhand geht es zunächst durch Ettlingenweier, hoch nach Oberweier und Sulzbach. Das erinnert mich irgendwie an den Heimatkundeunterricht – so hieß das Fach in den 70er Jahren tatsächlich noch – und an die Schlacht bei Malsch, die von den Franzosen ausgerechnet Bataille d’Ettlingen genannt wird, obwohl das Gemetzel hauptsächlich zehn Kilometer weiter südlich um Malsch herum stattfand. Eigentlich hätte auf einer der Gedenktafeln am Arc de Triomphe Malsch statt Ettlingen stehen müssen. Das ist so, als würde man am Konstantinsbogen in Rom statt der Schlacht an der Milvischen Brücke die Schlacht von Grottarossa verewigen. Die Malscher dürften darüber wohl bis heute ihre eigene Meinung haben. Gegen 8 Uhr erreiche ich schließlich Waldprechtsweier. Beim Aussteigen wünsche ich meinem türkischen Busfahrer ein schönes Wochenende (…).

Waldprechtsweier – Mahlberg – Mönchskopf – Mauzenberg – Bad Herrenalb · 14.08.2026
| Wert | Garmin 165 | Komoot | Outdooractive | Topografie |
|---|---|---|---|---|
| Strecke | 19,44 km | 17,24 km | 19,00 km | – |
| Kuchen | 🍰🍰🍰🍰 | 🍰🍰🍰 | 🍰🍰🍰🍰🍰 | – |
| Aufstieg | ca. 847 m | ca. 861 m | ca. 900 m | – |
| Kuchen | 🍰🍰🍰🍰🍰 | 🍰🍰🍰🍰🍰 | 🍰🍰🍰🍰 | – |
| Abstieg | ca. 666 m | ca. 691 m | ca. 731 m | – |
| Kuchen | 🍰🍰🍰🍰 | 🍰🍰🍰🍰🍰 | 🍰🍰🍰 | – |
| Höchster Punkt | 752 m | 755 m | 751 m | ca. 760 m |
| Kuchen | 🍰🍰🍰🍰🍰 | 🍰🍰🍰🍰🍰 | 🍰🍰🍰🍰🍰 | – |
| Tiefster Punkt | 187 m | 159 m | 183 m | – |
| Kuchen | 🍰🍰🍰🍰 | 🍰🍰 | 🍰🍰🍰🍰🍰 | – |
| Bereinigt* | ||||
| Strecke | ca. 19,00 km | ca. 19,00 km | ca. 19,00 km | – |
| Aufstieg | ca. 861 m | ca. 861 m | ca. 861 m | – |
| Abstieg | ca. 691 m | ca. 691 m | ca. 691 m | – |
| Höchster Punkt | ca. 752 m | ca. 752 m | ca. 752 m | ca. 760 m |
| Tiefster Punkt | ca. 183 m | ca. 183 m | ca. 183 m | – |
| Gesamt | 22 / 25 | 20 / 25 | 22 / 25 | – |
Erklommene Gipfel:
⛰️ Mahlberg · 610 m
⛰️ Mönchskopf · 580 m
⛰️ Mauzenberg · 760 m
⛰️ Rennberg · 740 m
Bewertungsskala Kuchen:
🍰🍰🍰🍰🍰 = Abweichung 0–2 %
🍰🍰🍰🍰 = über 2–5 %
🍰🍰🍰 = über 5–10 %
🍰🍰 = über 10–15 %
🍰 = über 15–25 %
0 Kuchen = über 25 %
– = kein Messwert
Hinweis: Die Angaben stammen aus unterschiedlichen Aufzeichnungen und Berechnungsverfahren und sind daher nicht in jedem Fall unmittelbar vergleichbar. Übernommen wurden nur Werte, die sich aus der jeweiligen Aufzeichnung sinnvoll beurteilen lassen. Offensichtliche GPS-Ausreißer – Outdooractive attestierte mir beispielsweise eine Höchstgeschwindigkeit von 73,1 km/h während ich durch Waldprechtsweier schlenderte – bleiben unberücksichtigt. Die Topografie dient dabei gewissermaßen als unabhängige Jury. 😄